Working With Startups From Science | Episode 26 mit Hardy Isken

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Das Interview mit Hardy zu der Frage: „Welche Fördermittel kannst du als Startup nutzen?„

 

In Folge 26 habe ich Hardy Isken zu Gast. Hardy Isken ist Unternehmer, Berater, Mentor, hat mehrfach gegründet und engagiert sich vor allem in der Gründerszene in Hessen.

Gerade Science-Tech Ausgründungen stehen am Ende von EXIST-Gründerstipendium oder EXIST-Forschungstransfer vor der Frage, „wie kann ich mein Startup finanzieren?“

Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten, die sich spezielle an junge und ausgegründete Startups richten. Fördermittel können eine wichtige und weitere Finanzierungsquelle sein. Vor allem im Hinblick auf die langen Entwicklungszeiten von Science-Tech Gründungen.

Hardy ist Fördermittelexperte und unterstützt als Interim Manager und Consultant junge und innovative Unternehmen sowie Gründerteams dabei, Prozesse aufzusetzen, Förderprojekte zu beantragen und für VCs (=Venture Capital) „investierbar“ zu werden.

Als größtes Learning berichtet Hardy über die Einwerbung von Fördermitteln für die FastBill GmbH.

Zudem sprechen wir darüber, wie sich Hardy die Zukunft vorstellt und wir diskutieren, ob Fördermittel ein Startup bremsen oder beschleunigen.

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Was macht dein Unternehmen in einem Satz?

Sark Ventures unterstützt junge und innovative Unternehmen – oft auch aus dem Wissenschaftsbereich – bei dem Aufbau des Operations Bereichs und bei der Finanzierung des Unternehmens sowie beim Einwerben von öffentlichen Förderungen für Forschung und Entwicklung.
 

Welchen Bezug hast du und Sark Ventures zur Wissenschaft?

Mehr als 3 Jahre war ich als COO einer Ausgründung aus der Hochschule Darmstadt tätig und habe alle Prozesse aufgebaut, damit das Unternehmen von 5 auf 30 Mitarbeiter wachsen konnte.
Zudem habe ich F&E Projekte mit der Hochschule Darmstadt abgewickelt.
 

Kommen wir zu dir: Warum hast du gegründet?

Zwischen meinen 20er und 30er Jahren habe ich das Problem ausgemacht, dass mir relativ schnell langweilig wird, sobald ich länger als 2 Jahre dieselbe Tätigkeit ausführe. Das brachte verschiedene Auswüchse mit sich:

 

So habe ich eine Position als Offizier bei der Bundeswehr aufgegeben, für die ich mich bereits 16 Jahre verpflichtet hatte.

Oder ich bin nach Irland ausgewandert, habe mich innerhalb von 12 Monaten zu einem der 6 höchsten Key-Account Manager bei Apple für den deutschsprachigen Markt hochgearbeitet und war dann zu Tode gelangweilt, als mir klar wurde, dass ich diese Position nun mehrere Jahre ausführen sollte.

Also, der Boreout hat mich immer verfolgt.

Durch Zufall brachte mich ein ehemaliger Kommilitone aus dem Studium dazu, mich an seiner Gründung zu beteiligen. Das war 2010 als wir zusammen das FinTech Debitos gründeten.

Damals gab es aber das Buzzword „FinTech“ noch nicht, da hieß die Branche noch „Hau ab, von mir bekommt ihr kein Geld!“ Das hat sich zum Glück heute geändert.

Nachdem ich nun einmal Blut geleckt hatte, wie es in der Startup Branche läuft, wurde mir recht schnell bewusst, dass ich hier einen ständigen Themenwechsel haben kann, gleichzeitig aber mit meinem Wissen über Prozesse und Finanzierung und mit dem großen Netzwerk ein längerfristiges Setup gefunden habe.

Die Gründungen sind damit nur die Konsequenz aus meiner Veranlagung und meinen Erfahrungen!

 

Welches Problem löst du?

Im Endeffekt kann man meine Tätigkeit als Operations-as-a-Service bezeichnen.

 

Ich stoße zu unbedarften Grünungsteams hinzu, die alle ein ganz interessantes Thema aus ihrem Fachbereich mitbringen und übernehme als Berater oder Interim Manager den Aufbau aller Prozesse, die aus einem Wissenschafts- oder IT-Projekt ein Unternehmen machen.

Dieses Wissen ist oft aber nicht immer unterrepräsentiert in wissenschaftsnahen Startups.

Dabei sehe ich mich immer eher als Katalysator oder Enabler für das Management, da ich mein Wissen weitergebe und versuche das Startup „investierbar“ zu machen.

 

Welche Technologie beziehungsweise, was für eine USP (Alleinstellungsmerkmal) hast du, um diese Probleme zu lösen?

Das schöne ist, dass ich selbst bei meiner Arbeit nicht zwangsläufig auf umfangreiche Technologie angewiesen bin.
So nutze ich mein MacBook und mein iPhone (als ehemaliger Apple MA) und kann damit schon 90% aller Probleme lösen.

 

Ehrlicherweise muss ich aber noch mein äußerst umfangreiches Netzwerk nennen, in dem ich eigentlich immer jemanden finde, der spezifische Probleme schon einmal gelöst hat oder zumindest jemanden kennt, an den er oder sie mich weiterreicht.

Daneben bin ich auf allen gängigen Messenger-Diensten angemeldet, nutze Todoist für meine Taskplanung, bilde mich über Coursera, EdX und (hottest shit in Social Media – über Clubhouse) weiter.

Zusätzlich habe ich noch einige Tools (meist nur Excel Tabellen) erarbeitet, die ich auch an die Gründerteams weitergebe – einen VC-basierenden Finanzplan zum Beispiel.

Dieser ist wesentlich besser als z.B. ein Finanzplan der IHK, da man damit nicht nur die Planung sehr genau hinbekommt, sondern diesen auch gleich noch als Reporting Tool für etwaige Investoren nutzen kann.

Neulich habe ich damit z.B. bei einem Kunden eine klassische Bankenfinanzierung durchgebracht, wobei die Banker gar nicht auf solch eine detailreiche Zuarbeit vorbereitet waren.

Bei meiner Arbeit in den Unternehmen führe ich jedoch auch immer wieder neueste Tools und Services ein, da diese die Arbeit immens erleichtern. Das fängt bei Buchhaltungstools wie Fastbill oder passenden Zahlungsabwicklern für Auslandsgeschäft wie Revolut oder Transferwise an und endet bei kompletten Toolchains für Cmr Relationship Management und Sales Prozesse, die ich mit den Kunden zusammen erarbeite, da jede Gründung andere Anforderungen mit sich bringt.

 

Wie sehen deine Produkte bzw. Dienstleistungen konkret aus?

So kann ich einerseits die Beratung und das Interim Management für junge Unternehmen im Bereich des Unternehmens- und Prozessaufbaus übernehmen, wenn die Gründer zum Beispiel im fachlichen absolut spitze sind, jedoch bisher keine Berührung mit dem Bereich Gründung, Unternehmensaufbau und Führung hatten.

 

Auch springe ich bei bestehenden Startups schonmal als Interim Manager ein, wenn entweder ein Teammitglied in diesem Bereich ausgefallen ist oder wenn sie feststellen, dass ein Feuerwehrmann gebraucht wird.

Hier führe ich Prozesse ein, führe diese zum Teil auch aus – z.B. im Recruiting oder in der Buchhaltung.

Auf der anderen Seite ergibt es sich eigentlich immer, dass die Finanzierungsfrage dieser Gründungsprojekte noch nicht final erarbeitet wurde. So treten manchmal sogar ungeahnte Finanzierungslücken auf oder die Teams haben bisher noch keinerlei Kontakt zu Business Angels und VCs gehabt, wissen aber, dass sie zwangsläufig externes Geld einwerben müssen.

So stelle ich mit dem Gründerteam zusammen die Finanzplanung auf, erarbeite die grundlegenden Eckdaten für Finanzierungsrunden und stimme das Pitchdeck darauf ab.

Dann vermittle ich auch gern die Investoren aus meinem Netzwerk, deren entsprechenden Sweetspot ich mit dem Gründungsthema, der Rundengröße und der Ticketgröße als sinnvoll für das entsprechende Startup erachte.

Da ich ja Jahre der Erfahrung aus dem Fördermittelbereich mitbringe, habe ich noch einen ganz spitz definierten Bereich, den ich zusätzlich gern noch mit einbringe: ich erarbeite mit dem Team zusammen Fördermittelanträge für ihre Themen, die bis zu 7 stellige Querfinanzierungen mit sich bringen können.

Auch hier gebe ich wieder den unternehmerischen Rahmen und beziehe die tiefe wissenschaftliche Expertise der Gründer mit ein.

So füge ich der meist doch eher nüchternen wissenschaftlichen Darstellungsweise noch mein sog. „Fördermittelmarketing“ hinzu, um auch die großen positiven Auswirkungen der Innovationsprojekte im richtigen Licht darstellen zu können.

KI nutze ich persönlich bisher nicht bei meiner Arbeit, wenngleich ich in den Tools, die ich meinen Kunden empfehle, jede Menge KI sehen kann.

 

Wie sieht dein Markt aus?

Ja, das ist eine gute Frage:
Ich habe schon mit großen IT Unternehmen zusammen Förderanträge geschrieben, bin aber wie schon gesagt auf die jungen Gründerteams ausgerichtet.

 

So sind die Firmen, für die ich tätig bin mitunter noch nicht mal gegründet, wenn ich als Berater für den Prozessaufbau im Bereich Operations hinzugezogen werde.

Anträge für Fördermittel schreibe ich dann eher mit Unternehmen, die aus mindestens 5 Personen bestehen aber auch für Innovationstreiber mit 40 oder 50 Mitarbeitern.

Spezialisiert bin ich hier auch auf hessische Förderungen für Forschung und Entwicklung, da diese in den letzten Jahren sehr gut aufgestellt wurden.

So kann man hier meist mit einem eigenen Thema anfragen und muss nicht, wie in anderen Bundesländern oder beim BMBF auf spezifische Förder-Calls für eng zugeschnittene Themen warten (wie Elektromobilität oder KI zum Beispiel). Daher ist es fast egal aus welchem Themenbereich die Innovationsthemen für die Förderprojekte kommen.

Zusammen mit einem Partner erarbeite ich dann auch Anträge für europäische Fördertöpfe und stelle hierfür auch intereuropäische Konsortien zusammen.

Zusammengefasst sind Gründerteams mit hohem Innovations- oder Technologiegrad bis hin zu etablierten Innovationstreibern meine Kunden.

 
 

Über was sprechen wir noch im Interview?

Dein Interesse wurde geweckt?

 

Hör dir die Episode in voller Länge an!

Neben seinem großen Learning und einer spannenden Geschichte über FastBill sprechen wir auch über die Zukunft von Fördermitteln.

Ich freue mich über ein Abo!

Dein Bartosz

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